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Großer Übungstag der Helfer vor Ort in Tauberbischofsheim

Helfer-vor-Ort-Gruppen und das Sport-Service-Team stellten ihr Können unter Beweis.

Tauberbischofsheim: Großeinsatz bei den Mitgliedern der "Helfer vor Ort" (HvO-Gruppen) und dem "Sport-Service-Team" (SST) des DRK Kreisverbandes Tauberbischofsheim. Am Vormittag des vergangenen Samstags begrüßte Ausbildungsleiter Artur Heilemann die Helferinnen und Helfer in den Räumen des DRK Kreisverbandes Tauberbischofsheim.

Hilmar Keller, Rettungsdienstleiter, referierte zunächst  über das Thema „Psychosoziale Unterstützung für Helfer im Sanitätsdienst“. Hier wurde die Möglichkeit der Hilfeleistung für Helfer bei besonders belastenden Einsätzen verdeutlicht. Das Auftreten von Symptomen wie häufiges Wiedererinnern im Schlaf- oder Wachzustand, Gereiztheit, Nervosität, Ängstlichkeit ja der Rückzug in sich selbst, auch von Kollegen, Freunden oder gar von der Familie erfordert eine Unterstützung der Helferinnen und Helfer.

Keller betonte, dass die psychosoziale Unterstützung auf drei wichtige Säulen aufgebaut ist:

  • Vorsorge: bedeutet die gute Vorbereitung der Einsatzkräfte auf belastende Einsatzsituationen  im Rahmen der Aus-, Fort- und Weiterbildung
  • Begleitung: Begleitung und informelles Kontakthalten im Alltag, bei besonderen Ereignissen und bei länger andauernden Einsätzen.
  • Nachsorge: Angebot einer angemessenen, differenzierten Einsatznachbereitung.

Frühzeitig sollten die speziell geschulten hauptamtlichen Mitarbeiter psychosoziale Ansprechpartner (PSA) Hilmar Keller, Uwe Rennhofer und Artur Heilemann hinzugezogen werden. Sie erkennen, ob qualifizierte Hilfe in Anspruch genommen werden muss. 

Im 2.Teil des Vortrages stellte Keller das Mentorensystem im Rettungsdienst vor. Alle eingesetzten HvO´ler können im Rettungsdienst in Begleitung eines Mentors ein Praktikum absolvieren. 

Vorteile: Sicherheit im Einsatz, Verbesserung im Umgang mit Patienten und Angehörigen, Verbesserung im Umgang mit Geräten, Kennenslernen des RD-Personals, Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem RD sowie die Möglichkeit der Weiterbildung.

Anschließend teilte Uwe Rennhofer, Ausbilder und Organisator des Übungstages, die einzelnen Helferinnen und Helfer in Teams ein. Jede Gruppe musste fünf realistisch dargestellte Notfallsituationen unter den kritischen Augen der Ausbilder, als Beobachter, bewältigen.

Bei der sechsten Station wurde ein Workshop angeboten. Hierbei wurde mit den  Aktiven unter Anleitung von  Sven Schwab (Arzt im Krankenhaus Wertheim) und Rettungsassistent Uli Busch das Notfallmanagement bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sowie die weitere Versorgung des Notfallpatienten nach Eintreffen des Rettungsdienstes ebenso wie die Intubation und die sachgerechte Weiterversorgung trainiert.

Vor der Bewältigung der realistischen Notfallsituationen durch die einzelnen Teams wurden die Unfalldarsteller auf ihre Aufgabe vorbereitet und Verletzungen unter der Leitung von Günter Beck realistisch geschminkt. 

Bei der ersten Station wurden die Helfer in den Ruheraum des Hauses geführt. Hier lag ein Patient (Phantom) mit Herz-Kreislauf-Stillstand im Bett. Er musste aus dem Bett auf den Boden gelegt werden. Sofort musste die Wiederbelebung eingeleitet werden. Hier wurde nicht nur die Beatmung und Herzdruckmassage von den Beobachtern bewertet, sondern auch der richtige und frühzeitige Umgang mit dem Defibrillator.

An der zweiten Station im Keller des Hauses wurde ein Kellerbrand simuliert. Trotz starker Rauchentwicklung (Nebelmaschine) hatte eine Frau den Kellerbrand mit einem Feuerlöscher gelöscht, und war dabei gestürzt, wobei sie eine Rauchgasvergiftung, eine Fraktur des rechten Handgelenkes sowie eine kleine Kopfplatzwunde erlitt, die von den Helferinnen und Helfern sachgerecht versorgt werden mussten.

Eine bedrohliche Blutung mit schwerem Schock musste an der dritten Station versorgt werden. Ein
Waldarbeiter hatte sich mit der Motorsäge eine sehr stark blutende Wunde am rechten Unterschenkel zugezogen. Die zügige Blutstillung mit sofortiger Schockbekämpfung stand hier im Vordergrund.

Bei Station vier ging es um den Sturz von einer Leiter. Der Patient lag in Rückenlage am Boden, war
ansprechbar und klagte über Schmerzen im Hals-, Nackenbereich. Auf Befragen erklärt er außerdem, in den  Beinen ein pelziges Gefühl (Kribbeln) zu haben und konnte die Beine nicht bewegen. Die Schwierigkeit der Versorgung bestand darin, dass der Patient im weiteren Verlauf der Übung bewusstlos wurde. Hier zeigte sich deutlich der Ausbildungsstand der Aktiven.

An der letzten Station war ein Verkehrsunfall zwischen PKW und Motorradfahrer zu bewältigen. Der Motorradfahrer lag bewusstlos in Bauchlage am Boden, war nicht ansprechbar und hatte eine offene Unterschenkelfraktur. Der PKW-Fahrer hatte einen schweren Schock. Bei der Versorgung dieser beiden Patienten spielte der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle.

Neben der medizinisch einwandfreien Versorgung der Patienten, wurde auch die Kommunikation und  das Zusammenspiel der Helfer im Team, sowie die psychische Betreuung der Patienten bewertet.

Kreisausbildungsleiter Artur Heilemann lobte bei der  Abschlussbesprechung die hervorragende Arbeit der einzelnen Gruppen. Die komplizierten Aufgaben wurden gut bewältigt. Kleinen Dinge sind noch verbesserungswürdig, wie die Wärmeerhaltung, das optimale Anlegen einer Schiene, oder der sachgerechte Kopfverband. Er betonte wie wichtig es sei, Notfallsituationen immer wieder im Team
zu trainieren, und sagte zu, derartige Übungsformen in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Heilemann dankte dem Organisator Uwe Rennhofer für die hervorragende Planung des Tages, Günter Beck für die Vorbereitung (Schminken durch die realistische Unfalldarstellung (RUD) der Mimen sowie den schauspielerischen Leistungen der Mimen. Ihnen war es zu verdanken, dass alle Fallbeispiele von den Helfern richtig erkannt wurden. Dank auch der DRK-Verpflegungsgruppe war auch für das leibliche Wohl der über 50 Aktiven gesorgt.

Lob und Anerkennung gab es für die Aktiven ebenso wie für die 14 Beobachter und Ausbilder darüber hinaus noch von Herta Wolf, Kreisbereitschaftsleiterin und Renate Streng Kreisgeschäftsführerin. Sie betonte wie wichtig die Bereitschaft zur gegenseitigen Hilfeleistung sei, und dankte allen Aktiven die den Tag  zu einem Tag des Engagements mit Freude, Spaß und viel Kompetenz
gestaltet haben.

21. Januar 2010 20:26 Uhr. Alter: 2 Jahre